Stanzbiopsie der Prostata

Wie erfolgt die Untersuchung?Stanzbiopsie der Prostata

Biopsie durch den Enddarm: Durch Ultraschallsonde, eingeführt in den Enddarm, wird eine Hohlnadel vorgeschoben und durch die Vorderwand des Enddarmes in die dort aufliegende Prostata eingestochen (Abb.). Bei der Stanzbiopsie werden mindestens 8 Proben entnommen, im Fall einer wiederholten Entnahme, mindestens 10 Proben. Falls ein verdächtiges Areal vorliegt, werden zusätliche Gewebszylinder herausgestanzt.
Gewebeentnahmen erfolgen durch sog. Stanzpistolen, die sehr rasch, im Bruchteil einer Sekunde arbeiten und deshalb schmerzarm sind.
Die Entnahme erfolgt durch den Enddarm. Aus diesem Grund erhalten Sie gleichzeitig eine antibiotische Prophylaxe (Tabletten oder Injektion). Infektionen kommen nur in  geringen Ausmaß vor (Fieber in ca. 2-3 % und Urosepsis in 0,2 % der Patienten).

Welche Vorbereitungen sind nötig?

Bei einer vermehrten Blutungsneigung durch Einnahme von gerinnungshemmenden Mitteln ist der Eingriff wegen Blutungsgefahr nicht sofort durchführbar. Das Medikament (z.B. Marcoumar, Thrombo ASS etc.) muss abgesetzt werden und der Zeitpunkt wird abhängig von der Blutgerinnung neu festgelegt.
Bei Biopsien durch den Enddarm soll dieser möglichst entleert (relativ sauber) sein, anderenfalls müsste ein Abführmittel gegeben und der Eingriff später durchgeführt werden.
Falls der Eingriff in Kurznarkose geplant ist, werden Sie über Einzelheiten und Risiken der Betäubung gesondert aufgeklärt.

Mit welchen Komplikationen ist zu rechnen? 

In den meisten Fällen verläuft der Eingriff ohne ernsthafte Störungen. Trotz größter Sorgfalt kann es dennoch vereinzelt zu Zwischenfällen kommen. Zu nennen sind:

  1. Blutungen wegen des Einstichs, vor allem durch den Enddarm bei inneren Hämorrhoiden, die in wenigen Fällen eine vorübergehende Kompression durch Austamponieren erfordern. Selten kommt es zu stärkeren Einblutungen (Hämatome) zwischen Vorderwand des Enddarms und Vorsteherdrüse, die sich meist spontan auflösen.
  2. Gelegentlich kleine Stichverletzungen  der Harnröhre oder der anliegenden Blase, die sich von selbst schließen. Für kurze Zeit kann der Urin blutig sein. Zum Ausschwemmen genügt reichliches Trinken. Nur in seltenen Fällen ist eine endoskopische Blutstillung erforderlich.
  3. Infektionen entstehen durch die Prostatapunktion. Über den Stichkanal können Keime der Darmflora eingeschleppt werden und gelegentlich eine örtliche Entzündung oder gar einen Fieberschub auslösen können. Dies wird durch die Gabe von Antibiotika in der Regel abgefangen. Sehr selten kann sich ein Prostataabszeß bilden, der eine operative Drainage erfordert. Extrem selten sind hochfieberhafte Reaktionen des Gesamtorganismus (Sepsis), die einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen.
  4. Selten  Überempfindlichkeitsreaktionen auf das örtliche Betäubungsmittel oder Antibiotika. Heftigere Reaktionen, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern können, sind extrem selten. 

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die feingewebliche Untersuchung bringt in den meisten Fällen eine Klärung des verdächtigen Tastbefundes oder des erhöhten PSA-Wertes als Tumormarker. Nur etwa bei einem Drittel der Fälle wird Krebs nachgewiesen. Als weitere Ursachen kommen beispielsweise in Frage: chronische Entzündung (Prostatitis), kleinknotige gutartige Prostatavergrößerung.
In wenigen Fällen kann es vorkommen, dass bei der Biopsie das Krebsgewebe in dem verdächtigen Areal nicht getroffen wird, so dass ein falsch negativer Befund vorliegen kann. Deshalb wird Sie Ihr Arzt sorgfältig nachbeobachten und ggf. eine nochmalige Biopsie durchführen.
Das Biopsiematerial kann u. U. für die Auswertung unzureichend sein, so dass eine Wiederholung des Eingriffes erforderlich wird.
Nach Vorliegen des feingeweblichen Ergebnisses wird Ihr Arzt mit Ihnen alle weiteren Möglichkeiten der Behandlung besprechen. 

Worauf ist zu achten?

Nach dem Eingriff sollten Sie sich körperlich schonen. Dies betrifft auch den Geschlechtsverkehr in den nächsten zwei Tagen (evtl. blutiger Samenerguss), sowie heiße Bäder, Sauna. Nehmen Sie das evtl. von Ihrem Arzt verordnete Antibiotikum nach Anweisung ein.
Bei Beschwerden wie z.B. Nachblutungen aus dem Enddarm, zunehmend (statt abnehmend) blutiger Urin, Temperaturerhöhung oder Fieberschub, Kreislaufreaktionen oder Schmerzen informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder lassen Sie sich zu ihm bringen.