Induratio Penis Plastica (IPP)

oder

Peyronie’s disease, Peyronie Krankheit, Morbus Peyronie

Was ist die Induratio Penis Plastica (IPP) oder Peyronie`s disease?Männliches Glied
Die IPP wurde bereits 1743 von persönlichem Arzt des französischen Königs Louis XV., Francois Gigot de la Peyronie beschrieben. Die IPP ist eine Erkrankung des Penis, bei  der sich im Bereich der Schwellkörper-Außenhülle (Tunica albuginea) bindegewebige und später kalkhaltige Knoten (sog. Plaque) unter  der Haut bilden.

Das männliche Glied ist ein zylindrisches Organ und beinhaltet paarweise angelegten Schwellkörper (corpora cavernosa) Diese sind in eine sehr feste, etwa 1 mm dicke, weiße bindegewebige Hülle (Tunica albuginea) eingehüllt. Die Schwellkörper sind gebaut aus einem hoch spezializiertem Gewebe, waben-artig konfiguriert und gefüllt mit Tausenden kleinsten Höhlen, welche im nicht erigierten Zustand relativ leer sind. Während der Erektion strömt das Blut in diese Höhlen und fülllt die Schwellkörper wie ein Ballon auf und presst dabei die Schwellkörper gegen die Tunica albuginea. Während der Penis härter und gerader wird, bleibt die oberhalb liegende Haut elastisch, beweglich und passt sich der Veränderung an.

Wie häufig tritt die Erkrankung auf?

Ältere Studien berichten, dass ca. 1- 3,2 % aller Männer von der IPP betroffen sind. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Männern zwischen 40. und 60. Lebensjahr auf. Ein gehäuftes Auftreten der IPP wird mit anderen bindegewebigen Narbenbildungen z.B. an den Fingersehnenscheiden der Handinnenflächen (Morbus Dupuytren) oder seltener an der Fußsohle (Morbus Ledderhose) beobachtet. Bei Diabetikern wird ebenfalls über ein erhöhtes Auftreten der IPP berichtet.

Was sind die Ursachen der IPP?

Die Ursachen dieser Erkrankung sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine der Theorien besagt, dass im Resultat der feinsten, vom Patienten unbemerkten Verletzungen, bestimmte Entzündungsreaktionen zur einer vermehrten Durchblutung und Einwanderung von Entzündungszellen im dorsalen Penisbereich führen. In weiterer Folge kommt es zu einer Vernarbung des Gewebes und Kalkablagerung in dem Plaque. Die Entstehung eines bösartigen Tumors (Krebs), wurde bisher noch nie beobachtet.

Symptome und Verlauf der IPP:Männliches Glied

Meistens bemerken die Patienten zuerst eine knotige Verhärtung im Bereich des Penisschaftes., die vor allem bei einer Erektion Schmerzen verursacht. 30% der Patienten sind gleichzeitig von einer Erektionsstörung betroffen. Im weiteren Verlauf kommt es dann häufig zu einer Größenzunahme des Plaque und zur Ausbildung einer Peniskrümmung bei Erektion die meist nach oben seltener zur Seite zeigt. Manche der Patienten entwickeln eine Plaque, die zirkulär den gesamten Penisumfang einnimmt („Sanduhr“).
Später lassen die Schmerzen oft nach, während die Krümmung noch zunehmen kann. Ab einer Peniskrümmung von mehr als 40 – 50° treten in der Regel Probleme beim Geschlechtsverkehr auf. Im Spätstadium führt die Erkrankung zu einer Penisverkrümmung. Nach 2 – 3 Jahren kommt es fast immer zu einem Stillstand der Erkrankung, d. h. die Ausdehnung der Verhärtung und Ausmaß der Penisverkrümmung ändern sich nicht mehr.

 

Die Behandlungsmöglichkeiten:

Da die Ursache der Erkrankung letztendlich ungeklärt ist, gibt es auch keine ursächliche Behandlungsmethode. Es gibt eine Vielzahl von Substanzen, die zur Behandlung der IPP eingesetzt werden. Teilweise werden die Präparate in Tablettenform gegeben, teilweise erfolgt die Gabe als Injektion in und um die Verhärtung. Die am häufigsten eingesetzten Medikamente sind Kalium-Paraaminobenzoat (Potaba®),VitaminE,
Colchicine oder ein Anti-Östrogen Präparat (Tamoxifen) .
Eine prinzipiell andere Möglichkeiten, die Medikamente zu applizieren, basiert auf elektrokinetischem Transport der positiv und negativ geladenen Medikamentenmoleküle (Iontophorese).
 Dabei  wird ein Gemisch aus anti-entzündlichen und schmerzlindernden Medikamenten durch die Haut in die betroffene Region des Penis verabreicht. Die Voraussetzung für eine operative Korrektur bei der IPP ist ein mindestens 6-monatiger Stillstand der Erkrankung, d.h. keine weitere Zu-oder Abnahme der Penisverkrümmung. Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Operationsverfahren:

  1. Es wird eine Penisbegradigung durch den Eingriff erzielt und somit die Funktionsfähigkeit wieder hergestellt. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren ist hierbei die Operation nach Nesbit, bei der auf der gesunden Gegenseite eine oder
    mehrere Keilexzisionen vorgenommen werden und so eine Begradigung erzielt wird. Nachteil dieser Methode ist eine relative Penisverkürzung.
  2. Die Entfernung des Plaques  aus dem Schwellkörper, wobei der entstandene Defekt mit Fremd- oder Eigengewebe gedeckt wird. Bei diesen Methoden ist die Komplikationsrate deutlich höher als bei einer alleinigen Begradigungs-operation. Sie sollten nur in ausgewiesenen Zentren durchgeführt werden. Bei gleichzeitigem Vorliegen einer IPP und Erektionsstörung ist manchmal die Implantation eines semirigiden oder besser hydraulischen Penisimplantats die Methode der Wahl.