Urologisches Leistungsspektrum

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  • Operative Urologie
    • endoskopische Operationen
      • Ureterorenoskopien / Steinextraktionen
      • TUR (transurethrale Resektion)
      • Blase/Tumorresektionen
      • TUR-Prostata
    • offene Operationen
      • Nephrektomie / Nierenteilresektion
      • Ureterabgangsstenose / Anderson-Hynes procedure
      • suprapubische Prostatektomie
      • radikale Prostatektomie mit Lymphadenektomie
      • Operationen am äußeren Genitale
  • Prostatadiagnostik und Prostatavorsorge-Untersuchung
    • Gutartige Veränderungen der Prostata
    • Bösartige Veränderungen der Prostata
      • Prostatavorsorge
      • Prostatastanzbiopsie (Entnahme der Prostata-Gewebsproben oder transrektale Ultraschall-gezielte Stanzbiopsie der Prostata)
  • Onkologie
    • Diagnostik und Nachsorge sämtlicher urologischen Tumorerkrankungen (Prostata, Niere, Harnblase, Hoden usw.)
    • Besprechung und Aufklärung über Therapieoptionen bei Uroonkologischen Erkrankungen
  • Andrologie
    • Diagnostik und Therapie der:
      • Erektilen Dysfunktion (Erektionsstörungen, Potenzprobleme)
      • Ejaculatio praecox (vorzeitiger Samenerguß)
      • Problembereich des Mannes (PADAM) in den Wechseljahren mit Erhebung des Hormonhaushaltes
      • Induratio penis plastica oder Peyronie’s disease (Verhärtungen und Verkrümmungen im Bereich des Penis)
      • Aufklärung über die Möglichkeiten einer Iontophorese-Behandlung
  • Begutachtung im Rahmen des Kinderwunsches
    • Hoden
    • Nebenhoden
    • Samenleiter
    • Ausschluss einer Varikozele
  • Diagnostik und Therapie der urologischen Infektionen
    • Harnblasen
    • Niere
    • Prostata
    • Hoden
    • Nebenhoden

Stanzbiopsie der Prostata

Wie erfolgt die Untersuchung?

Querschnitt des Beckens zeigt die Lage der Prostata

Biopsie durch den Enddarm: Durch Ultraschallsonde, eingeführt in den Enddarm, wird eine Hohlnadel vorgeschoben und durch die Vorderwand des Enddarmes in die dort aufliegende Prostata eingestochen (Abb.). Bei der Stanzbiopsie werden mindestens 8 Proben entnommen, im Fall einer wiederholten Entnahme, mindestens 10 Proben. Falls ein verdächtiges Areal vorliegt, werden zusätliche Gewebszylinder herausgestanzt.

Gewebeentnahmen erfolgen durch sog. Stanzpistolen, die sehr rasch, im Bruchteil einer Sekunde arbeiten und deshalb schmerzarm sind.

Die Entnahme erfolgt durch den Enddarm. Aus diesem Grund erhalten Sie gleichzeitig eine antibiotische Prophylaxe (Tabletten oder Injektion). Infektionen kommen nur in geringen Ausmaß vor (Fieber in ca. 2-3 % und Urosepsis in 0,2 % der Patienten).

Welche Vorbereitungen sind nötig?

Bei einer vermehrten Blutungsneigung durch Einnahme von gerinnungshemmenden Mitteln ist der Eingriff wegen Blutungsgefahr nicht sofort durchführbar. Das Medikament (z.B. Marcoumar, Thrombo ASS etc.) muss abgesetzt werden und der Zeitpunkt wird abhängig von der Blutgerinnung neu festgelegt.

Bei Biopsien durch den Enddarm soll dieser möglichst entleert (relativ sauber) sein, anderenfalls müsste ein Abführmittel gegeben und der Eingriff später durchgeführt werden.

Falls der Eingriff in Kurznarkose geplant ist, werden Sie über Einzelheiten und Risiken der Betäubung gesondert aufgeklärt.

Mit welchen Komplikationen ist zu rechnen?

In den meisten Fällen verläuft der Eingriff ohne ernsthafte Störungen. Trotz größter Sorgfalt kann es dennoch vereinzelt zu Zwischenfällen kommen. Zu nennen sind:

  1. Blutungen wegen des Einstichs, vor allem durch den Enddarm bei inneren Hämorrhoiden, die in wenigen Fällen eine vorübergehende Kompression durch Austamponieren erfordern. Selten kommt es zu stärkeren Einblutungen (Hämatome) zwischen Vorderwand des Enddarms und Vorsteherdrüse, die sich meist spontan auflösen.
  2. Gelegentlich kleine Stichverletzungen der Harnröhre oder der anliegenden Blase, die sich von selbst schließen. Für kurze Zeit kann der Urin blutig sein. Zum Ausschwemmen genügt reichliches Trinken. Nur in seltenen Fällen ist eine endoskopische Blutstillung erforderlich.
  3. Infektionen entstehen durch die Prostatapunktion. Über den Stichkanal können Keime der Darmflora eingeschleppt werden und gelegentlich eine örtliche Entzündung oder gar einen Fieberschub auslösen können. Dies wird durch die Gabe von Antibiotika in der Regel abgefangen. Sehr selten kann sich ein Prostataabszeß bilden, der eine operative Drainage erfordert. Extrem selten sind hochfieberhafte Reaktionen des Gesamtorganismus (Sepsis), die einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen.
  4. Selten Überempfindlichkeitsreaktionen auf das örtliche Betäubungsmittel oder Antibiotika. Heftigere Reaktionen, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern können, sind extrem selten.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die feingewebliche Untersuchung bringt in den meisten Fällen eine Klärung des verdächtigen Tastbefundes oder des erhöhten PSA-Wertes als Tumormarker. Nur etwa bei einem Drittel der Fälle wird Krebs nachgewiesen. Als weitere Ursachen kommen beispielsweise in Frage: chronische Entzündung (Prostatitis), kleinknotige gutartige Prostatavergrößerung.

In wenigen Fällen kann es vorkommen, dass bei der Biopsie das Krebsgewebe in dem verdächtigen Areal nicht getroffen wird, so dass ein falsch negativer Befund vorliegen kann. Deshalb wird Sie Ihr Arzt sorgfältig nachbeobachten und ggf. eine nochmalige Biopsie durchführen.

Das Biopsiematerial kann u. U. für die Auswertung unzureichend sein, so dass eine Wiederholung des Eingriffes erforderlich wird.

Nach Vorliegen des feingeweblichen Ergebnisses wird Ihr Arzt mit Ihnen alle weiteren Möglichkeiten der Behandlung besprechen.

Worauf ist zu achten?

Nach dem Eingriff sollten Sie sich körperlich schonen. Dies betrifft auch den Geschlechtsverkehr in den nächsten zwei Tagen (evtl. blutiger Samenerguss), sowie heiße Bäder, Sauna. Nehmen Sie das evtl. von Ihrem Arzt verordnete Antibiotikum nach Anweisung ein.

Bei Beschwerden wie z.B. Nachblutungen aus dem Enddarm, zunehmend (statt abnehmend) blutiger Urin, Temperaturerhöhung oder Fieberschub, Kreislaufreaktionen oder Schmerzen informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder lassen Sie sich zu ihm bringen.

Induratio Penis Plastica (IPP)

oder

Peyronie’s disease, Peyronie Krankheit, Morbus Peyronie

Was ist die Induratio Penis Plastica (IPP) oder Peyronie`s disease?

Seitenschnitt des männlichen Gliedes

Die IPP wurde bereits 1743 von persönlichem Arzt des französischen Königs Louis XV., Francois Gigot de la Peyronie beschrieben. Die IPP ist eine Erkrankung des Penis, bei der sich im Bereich der Schwellkörper-Außenhülle (Tunica albuginea) bindegewebige und später kalkhaltige Knoten (sog. Plaque) unter der Haut bilden.

Das männliche Glied ist ein zylindrisches Organ und beinhaltet paarweise angelegten Schwellkörper (corpora cavernosa) Diese sind in eine sehr feste, etwa 1 mm dicke, weiße bindegewebige Hülle (Tunica albuginea) eingehüllt. Die Schwellkörper sind gebaut aus einem hoch spezializiertem Gewebe, waben-artig konfiguriert und gefüllt mit Tausenden kleinsten Höhlen, welche im nicht erigierten Zustand relativ leer sind. Während der Erektion strömt das Blut in diese Höhlen und fülllt die Schwellkörper wie ein Ballon auf und presst dabei die Schwellkörper gegen die Tunica albuginea. Während der Penis härter und gerader wird, bleibt die oberhalb liegende Haut elastisch, beweglich und passt sich der Veränderung an.

Wie häufig tritt die Erkrankung auf?

Ältere Studien berichten, dass ca. 1- 3,2 % aller Männer von der IPP betroffen sind. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Männern zwischen 40. und 60. Lebensjahr auf. Ein gehäuftes Auftreten der IPP wird mit anderen bindegewebigen Narbenbildungen z.B. an den Fingersehnenscheiden der Handinnenflächen (Morbus Dupuytren) oder seltener an der Fußsohle (Morbus Ledderhose) beobachtet. Bei Diabetikern wird ebenfalls über ein erhöhtes Auftreten der IPP berichtet.

Was sind die Ursachen der IPP?

Die Ursachen dieser Erkrankung sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine der Theorien besagt, dass im Resultat der feinsten, vom Patienten unbemerkten Verletzungen, bestimmte Entzündungsreaktionen zur einer vermehrten Durchblutung und Einwanderung von Entzündungszellen im dorsalen Penisbereich führen. In weiterer Folge kommt es zu einer Vernarbung des Gewebes und Kalkablagerung in dem Plaque. Die Entstehung eines bösartigen Tumors (Krebs), wurde bisher noch nie beobachtet.

Symptome und Verlauf der IPP

Aufbau des männlichen Gliedes

Meistens bemerken die Patienten zuerst eine knotige Verhärtung im Bereich des Penisschaftes., die vor allem bei einer Erektion Schmerzen verursacht. 30% der Patienten sind gleichzeitig von einer Erektionsstörung betroffen. Im weiteren Verlauf kommt es dann häufig zu einer Größenzunahme des Plaque und zur Ausbildung einer Peniskrümmung bei Erektion die meist nach oben seltener zur Seite zeigt. Manche der Patienten entwickeln eine Plaque, die zirkulär den gesamten Penisumfang einnimmt („Sanduhr“).

Später lassen die Schmerzen oft nach, während die Krümmung noch zunehmen kann. Ab einer Peniskrümmung von mehr als 40 – 50° treten in der Regel Probleme beim Geschlechtsverkehr auf. Im Spätstadium führt die Erkrankung zu einer Penisverkrümmung. Nach 2 – 3 Jahren kommt es fast immer zu einem Stillstand der Erkrankung, d. h. die Ausdehnung der Verhärtung und Ausmaß der Penisverkrümmung ändern sich nicht mehr.

Die Behandlungsmöglichkeiten

Da die Ursache der Erkrankung letztendlich ungeklärt ist, gibt es auch keine ursächliche Behandlungsmethode. Es gibt eine Vielzahl von Substanzen, die zur Behandlung der IPP eingesetzt werden. Teilweise werden die Präparate in Tablettenform gegeben, teilweise erfolgt die Gabe als Injektion in und um die Verhärtung. Die am häufigsten eingesetzten Medikamente sind Kalium-Paraaminobenzoat (Potaba®), VitaminE, Colchicine oder ein Anti-Östrogen Präparat (Tamoxifen®).

Eine prinzipiell andere Möglichkeiten, die Medikamente zu applizieren, basiert auf elektrokinetischem Transport der positiv und negativ geladenen Medikamentenmoleküle (Iontophorese).

Dabei wird ein Gemisch aus anti-entzündlichen und schmerzlindernden Medikamenten durch die Haut in die betroffene Region des Penis verabreicht.

Die Voraussetzung für eine operative Korrektur bei der IPP ist ein mindestens 6-monatiger Stillstand der Erkrankung, d.h. keine weitere Zu-oder Abnahme der Penisverkrümmung. Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Operationsverfahren:

  1. Es wird eine Penisbegradigung durch den Eingriff erzielt und somit die Funktionsfähigkeit wieder hergestellt. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren ist hierbei die Operation nach Nesbit, bei der auf der gesunden Gegenseite eine oder mehrere Keilexzisionen vorgenommen werden und so eine Begradigung erzielt wird. Nachteil dieser Methode ist eine relative Penisverkürzung.
  2. Die Entfernung des Plaques aus dem Schwellkörper, wobei der entstandene Defekt mit Fremd- oder Eigengewebe gedeckt wird. Bei diesen Methoden ist die Komplikationsrate deutlich höher als bei einer alleinigen Begradigungs-operation. Sie sollten nur in ausgewiesenen Zentren durchgeführt werden. Bei gleichzeitigem Vorliegen einer IPP und Erektionsstörung ist manchmal die Implantation eines semirigiden oder besser hydraulischen Penisimplantats die Methode der Wahl.

Iontophorese bei IPP

Medikamentendiffusion in das Gewebe unter Iontophorese
Medikamentendiffusion in das Gewebe unter Iontophorese

Das Funktionsprinzip der Iontophorese beruht auf einem Zusammenspiel von Ionto- und Elektrophorese. Mittels eines sehr schwachen elektrischen Feldes wird gezielte Abgabe der Medikamente durch eine Elektrode in die tiefliegenden Gewebeschichten ermöglicht. Dabei wird eine hohe Medikamentenkonzentration ohne Nebenwirkungen mit gleichmäßigen Medikamentendiffusion erzielt.

Iontophorese-Gerät (Miniphysionizer™)
Iontophorese-Gerät (Miniphysionizer™)

Dieses Prinzip wird bereits bei mehreren Erkrankungen erfolgreich angewendet. Bei der IPP nach einer Begutachtung seitens des Urologen wird ein Therapiekurs mit insgesamt 10 Behandlungseinheiten durchgeführt. Jede Behandlung dauert 20 min. Bis jetzt wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.